Abschied von Puschkin

Der kasachische Lyriker Mukaghali Makatayev (1931–1976) war zu Lebzeiten bekannt – berühmt wurde er nach seinem frühen Tod. Er gehörte zu den nonkonformistischen Dichtern, die Elemente der frühen Moderne mit traditionellen Dichtformen verknüpften. Viele seiner Werke fielen der Zensur anheim, der Dichter selbst wurde nach anfänglichen Erfolgen aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen und lebte in ungesicherten Verhältnissen. Nach und nach fanden seine Verse Eingang in die kasachische Popkultur.

Stilistisch knüpfte Makatayev wie viele seiner Zeitgenossen an die Dichtung der russischen Revolutionszeit, an Futurismus und Konstruktivismus an, verarbeitet aber auch Motive und Formen der kasachischen Volksdichtung. Liebeslyrik mit überraschenden Wendungen und warmherzige Naturgedichte stehen angriffslustigen Versen gegenüber. Makatayev spottete über die Eitelkeit der Dichter und nahm sich selbst nicht davon aus. Selbst seiner Krankheit und dem nahenden Tod konnte er noch eine satirische Seite abgewinnen. Heute zählt er zu den populärsten Dichtern Kasachstans.