Istanbul–Metropole, verklärtes Traumziel, Projektionsfläche, Brücke zwischen Ost und West. Wuchernder Moloch, ewige Baustelle und Kulminationspunkt kultureller Konflikte. Auch das ist Istanbul. Dieses Schicksal scheint die Stadt mit Berlin zu teilen, dem Seifenblasenparadies für Finanzhaie und Glücksritter und mit dem Charme des falschen Glitters geschlagen.
Ein Anlass für unsere Autoren, hinter die Postkartenidyllen und Reiseführerbeschreibungen zu werfen. Was ist die Stadt? Ort der Repräsentation oder ein Ort zum Leben?
Die Beiträge berichten von Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes, Tourismus und Verkehr, Orten des Vergnügens und der Kulinaria, Architektur der Zwischennutzung und Stadtteilverdrängung, besetzten Häusern und Zivilgesellschaft. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede lassen sich zwischen Berlin und Istanbul feststellen?
Istanbuler und Berliner AutorInnen stellen ihre Stadt vor, in satirischen, grotesken und tragischen Momentaufnahmen, Huldigungen und Schmähungen. Sie beschreiben Szenegrößen, seltsame Heilige oder einfach nur das absurde Leben.
Mit Beiträgen von Cicek Bacık, Jochen Becker, Murat Belge, Ayşe Çavdar, Jesko Fezer, Pamela Dorsch, Doris Kleilein, Ingo Siebert, Thomas Knorr-Siedow, Pelin Tan, Cağla İlk, Jürgen Gottschlich, Adnan und Erdoğan Yıldız und Andrej Holm. Kurzgeschichten von Zafer Şenocak, Michael Ebeling, Aslı Erdoğan, Wladimir Kaminer, Nalan Barbarosoğlu, Uli Hannemann, Metin Kaçan, Andreas "Spider" Krenzke, Jorgos Valasiadis.